Ausrüstungstipps - Dinge die sich bewährt haben.

"Wer friert ist arm oder dumm" - sagte meine Mutter immer.

Und wer schlecht fährt hat evt. auch beim Bike noch nicht alles so eingestellt, wie es sein könnte.

Wenn Du Dich bei uns zu einem Kurs oder einer Reise einbuchst, bekommst Du u.a. auch Hinweise zu den Dingen, die Du dabei haben solltest - unsere Ausrüstungs-Checkliste. Aber da "Rucksack" nicht gleich "Rucksack" und Jacke nicht gleich Jacke ist, wollen wir an dieser Stelle ein paar Tipps geben zu den Dingen, die sich für uns seit Jahren bewähren.

Das Bike.

Gut muss es sein. Gut für Dich. Dabei muss es nicht das Neueste vom Neuen sein. Aber halt zu Dir passend. Und da kann man sehr viel tun. Wir sehen, dass das Bike nicht selten den Händler verlässt und unter den Allerwertesten des werten Käufers geschoben wird - die beiden aber noch nicht wirklich zusammenpassen.

COCKPIT.

DER Kontaktpunkt für Dich mit Deinem Bike. Hier muss alles stimmen! Bremshebel und Schaltung so eingestellt, dass sie einfach und mit einem Finger erreichbar sind. Bremspunkt genau justiert. Und das Cockpit ganz grundsätzlich mit Deinen "Hebeln" abgestimmt!

An dieser Stelle hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Und damit auch in der Fahrtechnik, die wir vermitteln. Vieles ist spielerischer geworden. Das ist mit modernen Geometrien der Bikes wie mit dem Carvingski - die Bikes erleichtern heute Dinge, die früher nur wenigen vorbehalten waren.

Wir fahren heute deutlich kürzere Vorbauten (30 - 60mm) als früher, dafür breitere Lenker (680 - 800mm). Und das angepasst an die Körpergröße und Dinge wie Arm- oder Oberkörperlänge. Verkürzt man den Vorbau, dann wandert der Lenker noch ein bisschen nach unten - und schon fühlst Du, wie viel feiner und dosierbarer das Lenkgefühl ist. Gleichzeitig erhöht sich die subjektiv empfundene Fahrsicherheit! Denn da der Lenker im Verhältnis zur Achse des Vorderrades nach hinten wandert, bist Du auch in jeder Fahrsituation weiter weg von dem Punkt, an dem sich das Gefühl eines möglichen Überschlags nach vorn zwischen Dich und das lockere Fahrgefühl schleicht. Versuch es einfach mal - wir haben bei fast allen Veranstaltungen Vorbauten und Lenker verschiedener Längen dabei. Und ausgetauscht sind diese schnell - Dein Guide wird Dir dabei helfen!

REIFEN:

Wir gehen gerne Trails fahren. Und empfehlen, dafür auch Reifen auf zu ziehen, die die bestmögliche Traktion hierfür aufbauen. Und ein feines Fahrgefühl. Unsere Reifen sind daher 2,3 bis 2,5 im Umfang - und wir pumpen sie gerade so viel auf, wie wir es brauchen, damit wir keine Durchschläge riskieren. Wir sehen immer wieder beim Bikecheck, dass unsere Teilnehmer ihre Reifen prall und hart aufpumpen. Aber das nimmt Dir die einfachst herzustellende Dämpfung für die vielen kleinen Schläge, der Reifen wird zum Flummi und springt auch genau so auf dem Trail. Dabei reicht je nach Körpergewicht, Reifendurchmesser und Felgenbreite ein Luftdruck von 1,2 bis 1,8. Glaubst Du nicht? Ausprobieren!

SATTEL:

Interessant - über Jahrzehnte hat man den Sattel nach allen Richtungen hin optimiert - nicht aber gezielt auf den Knochen, der da drauf sitzt, angepasst. Das ist heute anders. Also: Sitzknochen vermessen und dann gezielt den passenden Sattel auswählen! Jeder macht dies bei Schuhen oder Helmen! Warum also nicht beim Sattel? Jedes Hinterteil ist schließlich anders! Passt der Sattel richtig, braucht's bei kürzeren Touren eigentlich nicht mal die "Pampers" in der Bikehose!

Der RUCKSACK:

Die kleine Tagestour im Mittelgebirge braucht nur einen kleinen (15l) - bei größeren Unternehmungen soll es aber schon ein wenig größer sein (20 - 25l). Wichtig aber vor allem: Passen muss er! Nur wenn der Rucksack gut mit dem Körper verheiratet ist und auch richtig gepackt, kannst Du Rückenschmerzen oder Verspannungen vermeiden. Beim Trailfahren auch wichtig: Der Rucksack darf nicht hinter dem Fahrer "herumtanzen". Je flacher er am Rücken baut, desto weniger wird dies der Fall sein - je weiter er vom Rücken entfernt sitzt, desto besser ist evt. die Belüftung, aber das Gewicht hat viel mehr Möglichkeit, bei jedem Schlag, jeder Welle und Kurve ein Eigenleben zu entwickeln.

Und noch etwas: Wir erleben, wie viele unserer Teilnehmer das Gewicht fast ausschließlich auf den Schultern ablagern - und sich wundern dass diese dann irgendwann schmerzen. Besser ist: 70% des Gesamtgewichts ruht auf den Hüftknochen - und dies dadurch, dass der Hüftgurt entsprechend breit, gut anpassbar und fest sitzend eingestellt werden kann. Ob Protektor oder nicht muss jeder für sich entscheiden - aber auch hier gilt: Aufgepasst! Sperrigkantige Dinge müssen im Rucksack so gepackt sein, dass sie sich nicht im Fall eines Falles in den Rücken bohren können. Da fühl ich mich mit einem Protektor subjektiv gut behütet...

Das ANZIEHZEUGS:

Hier könnte man Romane schreiben. Wenn Du Fragen hast frag uns bitte einfach. Natürlich kommt es auch hier darauf an, was Du gerade machst. Aber generell gilt für uns: Wohlfühlen. Wohlfühlen geht immer dann am besten, wenn man nicht friert, nicht den Hitzestau bekämpft, und nicht mit zu viel un zu schwerem Zeug unterwegs ist. Also: Funktion regiert. Und dennoch - auch das modischfarbliche soll nicht ganz der Funktion untergeordnet werden - denn auch dieses führt zu einem "ich fühle mich wohl" - oder eben nicht. Daher - das was DIR gefällt ist gut. Wir führen einen Kampf gegen die NichtFarbe. Schwarz IST nämlich gar keine Farbe - sondern farbwissenschaftlich betrachtet die Absenz von Farbe. Warum also der Hang zum Schwarz? Wir wissen es nicht. Freundliche Farben sieht man gut, wirken freundlich - und bei schlechtem Wetter sind sie Sicherheitsaspekt.

JACKEN - SHIRTS - und das DRUNTER:

Die Zwiebel regiert immer noch. Das alte Prinzip. Auf der Haut etwas was isoliert und Schweiß möglichst schnell wegtransportiert. Darüber Funktionsshirts oder auch eine Isolierungslage je nach Temperatur. und darüber die Jacke gegen Wind oder aber die Regenjacke. Hier muss jeder das finden, was wirklich passt und gefällt - Marken gibt es ja ausreichend. Wir haben uns jetzt schon mehrfach gegen Mode und für Funktion entschieden, die dafür gern in Farbe.

Ausprobieren: Merinowolle. Natur pur und überraschend klimatisierend. Als Socken. Als Unterhemd. Und: Stinkt nicht!

HANDSCHUHE - MÜTZEN - SOCKEN:

Grundsätzlich: Lange Handschuhe - und das bei jeder Witterung! Handschuhe solle Grip geben und schützen. Mützen / Caps und selbst BuffTücher unter dem Helm - immer kritisch, was den Sitz des Helmes angeht.

Auch Ausprobieren: Was Warmes an Füße und Hände! Biketage - gerade im Frühjahr und Herbst - können durchaus kühl sein und gerade dann besonders wertvoll. Klare Luft. Weitblick. Wenn die Hände nicht eingefroren wären! Wir haben hier SEALSKINZ gefunden - das sind optisch einfache Produkte, sehr leicht, mit einer Topisolierung und sehr breitem Temperaturbereich, in dem man sich wohlfühlt. Einfach die Socken (gibt es in unterschiedlichen Dicken und Längen je nach Temperatur) in die Schuhe ziehen, direkt auf der Haut. Fertig. Bei den Handschuhen darauf achten, dass sie nicht vielschichtig aufgebaut sind (hierdurch würde der Grip und das direkte Gefühl zum Lenker eingeschränkt).

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