{"id":267,"date":"2020-11-30T14:07:56","date_gmt":"2020-11-30T13:07:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/?p=267"},"modified":"2020-11-30T18:22:27","modified_gmt":"2020-11-30T17:22:27","slug":"von-kinkhali-und-endlosen-weiten-eine-reise-nach-georgien-tbilisi-und-kaukasus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/2020\/11\/30\/von-kinkhali-und-endlosen-weiten-eine-reise-nach-georgien-tbilisi-und-kaukasus\/","title":{"rendered":"Von Kinkhali und endlosen Weiten: Eine Reise nach Georgien (Tbilisi und Kaukasus)"},"content":{"rendered":"<p>James ist unser Mann in Georgien. Und das kam so&#8230;<\/p>\n<p><em>\u201eWould you like to visit us in Georgia\u201c, so ein Anruf letzten Sommer. \u201eKlar, ich wollte schon immer mal in die USA reisen.\u201c antwortete ich. Eine kurze Sprechpause, ein langes \u00c4hmm und ein herzlicher Lacher sp\u00e4ter war klar, dass ich wohl geographisch ein wenig Aufholbedarf habe. Dennoch lassen wir uns dieses Abenteuer an der Grenze zu Russland nicht entgehen.<\/em><\/p>\n<p>Mit einem mulmigen Gef\u00fchl in der Magengegend und voll freudiger Erwartung fliegen wir nach Tbilisi, der Hauptstadt von Georgien mit mehr als 1,2 Millionen Einwohnern. Im Jahre 1991, noch vor dem Augustputsch und dem Zerfall der Sowjetunion, erkl\u00e4rte Georgien seine Unabh\u00e4ngigkeit. Lediglich \u00fcber die Gebiete Abchasien und S\u00fcdossetien, in denen starke russische Milit\u00e4rpr\u00e4senz vorherrscht, hat die georgische Regierung auch heute noch keine Kontrolle.<\/p>\n<p>Diese Teilgebiete sind f\u00fcr Touristen immer noch tabu. Unsere Reise f\u00fchrt uns daher weiter \u00f6stlich in den Tuscheti Nationalpark, an der Grenze zu den bekannten russischen Gebieten Dagostan und Tschetschenien. Auf dem mehr als 83.000 Hektar gro\u00dfen Gebiet herrscht bis auf wenige kleine D\u00f6rfer g\u00e4hnende Leere. Eine schier unendliche Weite, endlose Wanderwege, tausende Schafe und eine beinahe erdr\u00fcckende Gastfreundlichkeit werden diese Woche noch abwechslungsreicher gestalten, als wir es erwarten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_05.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-272\" src=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_05.jpg\" alt=\"\" width=\"1900\" height=\"1264\" srcset=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_05.jpg 1900w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_05-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_05-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_05-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_05-1140x758.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1900px) 100vw, 1900px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>Wer eine Reise tut \u2026<\/h2>\n<p>Bereits die Anreise \u00fcber Istanbul ist aufregend und gepr\u00e4gt von skurrilen Begegnungen. Die nette Bitte einer Dame, ihr doch den schweren Reisekoffer abzunehmen, k\u00f6nnen wir ihr nicht abschlagen. Doch bevor Klaus, unser Charmeur, fr\u00f6hlich pfeifend mit dem fremden Koffer durch die Sicherheitskontrolle spazieren m\u00f6chte, halten wir ihn an. Auf die Frage, ob es nicht vielleicht leichtsinnig ist, einen fremden Koffer in ein ebenso fremdes Land mitzunehmen entwich ihm kurz die Farbe aus dem Gesicht. Doch auch der freundlichen Dame ist der Fauxpas sichtlich ins Gesicht geschrieben und wohl mehr als peinlich.<\/p>\n<p>Auch die Sicherheitskontrolle, welche das Geschehen von Weiten beobachtet, schmunzelt am\u00fcsiert vor sich hin. Kurz darauf, beim Boarding zum Weiterflug nach Tbilisi, darf ich die Herren der Security erneut begleiten. Diesmal ein paar Stockwerke tiefer in den Keller. Dort erwarten mich bereits vier weitere Kollegen im selben Gewand, eine Tasse Kaffe in der linken, die Kalaschnikow in der rechten Hand.<\/p>\n<p>Der Metalldetektor, welcher das Check-In Gep\u00e4ck durchleuchtet, hat bei meinem Koffer angeschlagen. Nachdem ich mir keiner Schuld bewusst bin, zeigen mir die freundlichen Herren das R\u00f6ntgenbild \u2013 eine Ersatzkette meines Bikes, sch\u00f6n s\u00e4uberlich im Karton zusammengelegt, ist ihnen nicht ganz geheuer. Und aus diesem Blickwinkel, so muss ich gestehen, kann auch ich die vermeintliche Schlange nicht gleich identifizieren. Nachdem ich sie sorgf\u00e4ltig und unter argw\u00f6hnischen Blicken aus dem Koffer grabe, bricht ein vorerst leises aber sp\u00e4ter allzu heftiges Gel\u00e4chter bei den sonst so grimmigen Beamten aus. Der Abschied mit Schulterklopfer und einem Schluck Schnaps bleibt mir in bester Erinnerung und l\u00e4sst mich blitzschnell auf meinem Platz im Flugzeug einschlafen.<\/p>\n<h2>Hektisches Treiben in Tbilisi<\/h2>\n<p>Nach einem langen Tag kommen wir endlich samt Gep\u00e4ck und Bikes in Georgien an. Die Empfehlung des Innenministeriums, sich auf Taxis und Fahrer zu verlassen und kein eigenes Auto zu mieten, ist uns binnen Minuten klar und verst\u00e4ndlich. Das Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lle der Einhaltung von Verkehrsregeln und die umgekehrt proportionale H\u00e4ufigkeit der Verwendung von Hupen l\u00e4sst den Wunsch nach einem eigenen fahrbaren Untersatz in Windeseile verschwinden. Zum Gl\u00fcck ist dies auch nicht n\u00f6tig \u2013 wir werden von James, einer der Betreiber einer lokalen Agentur namens Mogzauri-Rent, abgeholt und ins Hotel gebracht. Es ist mittlerweile halb eins in der Nacht und wir freuen uns auf ein paar Stunden erholsamen Schlaf.<\/p>\n<h2>Abano Pass \u2013 eine abenteuerliche Autofahrt<\/h2>\n<p>Fr\u00fch morgens geht es mit gel\u00e4ndetauglichen, aus Japan importierten Mitshubishi Delicas, in Richtung Abano Pass. Eine 5-st\u00fcndige Fahrt auf einer der weltweit gef\u00e4hrlichsten Passstra\u00dfen wartet auf uns. W\u00e4hrend wir uns nach den ersten Kehren noch in Todesangst w\u00e4hnen, feuern wir unseren Fahrer nach einer guten Stunde bereits an und freuen uns wie kleine Kinder auf die n\u00e4chste knifflige Passage. Dualtrail-Action mit Allrad und Ballonreifen. Nur spotten macht hier wenig Sinn. Nach mehreren B\u00e4chen die gefurtet werden m\u00fcssen, Steilrampen und Schlagl\u00f6cher die bei uns zuhause nicht mal mehr unter grobe Fahrl\u00e4ssigkeit fallen w\u00fcrden, erreichen wir ersch\u00f6pft den Abano Pass auf 2.950 m Seeh\u00f6he.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_03.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-270\" src=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_03.jpg\" alt=\"\" width=\"1500\" height=\"998\" srcset=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_03.jpg 1500w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_03-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_03-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_03-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_03-1140x758.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mit brummenden K\u00f6pfen vom schnellen Aufstieg und von der langen Reise bereits zuckenden Beinen ist es nun endlich soweit. Aufsitzen, Sattel rein und ab die Post. \u00dcber zwei Stunden geht es Singletrails und Bergstra\u00dfen in das kaukasische Hinterland nach Dartlo bergab. Das Bergpanorama um uns herum ist beeindruckend und weitl\u00e4ufig. Der Blick auf die \u00fcber 4.000 m hohen Berge an der Grenze zu Russland l\u00e4sst Vorfreude aufkommen. Unser Spielplatz f\u00fcr die n\u00e4chsten f\u00fcnf Tage. Doch davor kommen wir noch bei einer Rangerstation vorbei \u2013 und hier machen wir auch das erste Mal Bekanntschaft mit der georgischen Gastfreundlichkeit. Mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen verst\u00e4ndigt man sich \u00fcberall auf der Welt und der gemeinsame Nenner ist schnell gefunden \u2013 Kaiser Bier. Das kleine Gl\u00e4schen wird sich allerdings etwas sp\u00e4ter w\u00e4hrend den verschwiegenen 200 H\u00f6henmeter Gegenanstieg zur ersten Unterkunft noch r\u00e4chen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_06.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-273\" src=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_06.jpg\" alt=\"\" width=\"1900\" height=\"1261\" srcset=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_06.jpg 1900w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_06-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_06-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_06-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_06-1140x757.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1900px) 100vw, 1900px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>Khachapuri und andere ges\u00e4ttigte Fetts\u00e4uren<\/h2>\n<p>Wer nach Georgien reist, sollte einen starken und vor allem unempfindlichen Magen mitbringen. Die K\u00fcche ist ausgezeichnet, allerdings meist sehr fett und immer reichlich von Allem. Khachapuri, so hei\u00dft das \u00fcberbackene K\u00e4sebrot. Die Einheimischen essen es meistens als kleine Zwischenmahlzeit \u2013 uns macht es selbst nach 2.000 H\u00f6henmetern und starken Kalorienmangel bereits als Vorspeise satt. Der klassische Tschatscha, ein lokaler Tresterbrand, ist nach solch \u00fcppigen Mahlzeiten Pflicht. Und als \u00d6sterreicher kennt man die Schnapskultur ja, was soll schon passieren \u2026 bei 40 \u2013 70% Alkohol.<\/p>\n<h2>Schafe, so weit das Auge reicht<\/h2>\n<p>Die Gipfel unserer geplanten Touren sind meist nur mit Schieben oder Tragen des Bikes zu erreichen. Die Infrastruktur der Wanderwege ist bestens ausgebaut \u2013 aber eben f\u00fcr Wanderer. Forststra\u00dfen wie wir sie in Europa kennen gibt es kaum und wenn, dann werden sie f\u00fcr motorisierte Offroad-Abenteurer genutzt und sind dementsprechend steil und unfahrbar.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_08.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-275\" src=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_08.jpg\" alt=\"\" width=\"1440\" height=\"958\" srcset=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_08.jpg 1440w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_08-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_08-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_08-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_08-1140x758.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1440px) 100vw, 1440px\" \/><\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend man auf den Bergstra\u00dfen als auch auf den gut ausgebauten Stra\u00dfen rund um Tbilisi Meister im Auto-Kuhslalom wird, darf man sich auf den Wanderwegen die schmalen Trails mit Schafen teilen. Dar\u00fcber hinaus auch mit deren Abfallprodukten. Sch\u00e4ferei ist neben dem Tourismus die Haupteinnahmequelle im Tuscheti Nationalpark. Nach einem knackigen Anstieg auf gut 2.600 m erreichen wir eine kleine \u201eBaracke\u201c am Grat. Von weitem kriecht uns bereits der Duft von Schafen in die Nase. Doch hier gesellt sich auch eine kleine Brise R\u00f6staroma hinzu. Unser Guide Irakli, der wohl etwas besser an die H\u00f6he gewohnt ist, kommt bereits mit vollem Mund auf uns zu und meint \u201eCome in, come in \u2026 it\u2019s delicious. Bist du deppat.\u201c. Den hinten angeh\u00e4ngten Ausruf freudiger Erregung haben wir ihm sprachwissenschaftlich korrekt erst wenige Stunden zuvor bei-gebracht. Wir h\u00f6ren diesen Satz noch ein paar Mal.<\/p>\n<p>Aber er hat recht \u2013 die Hirten haben soeben ein Schaf geschlachtet und bereiten das Fleisch in kleinen St\u00fccken am Spie\u00df \u00fcber offenem Feuer zu. Dazu gibt\u2019s etwas Brot und schon ist unser Hunger gestillt. Etwas irritiert von den zwei Grenzpatrollien in Milit\u00e4runiform, flankiert von deren Kalaschnikows, genie\u00dfen wir die Gastfreundschaft und den obligatorischen Tschatscha danach.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_04.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-271\" src=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_04.jpg\" alt=\"\" width=\"1440\" height=\"958\" srcset=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_04.jpg 1440w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_04-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_04-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_04-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_04-1140x758.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1440px) 100vw, 1440px\" \/><\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir vom Schaffleisch und dem selbst gebackenen Brot hin und weg sind, k\u00f6nnen die Hirten und Milit\u00e4rs die Augen nicht von unseren R\u00e4dern lassen. Das Glitzern in ihren Augen, als wir ihnen erlauben mal aufzusitzen und den Federweg zu testen erinnert an Weihnachten als wir jung waren.<\/p>\n<h2>Ein Paradies f\u00fcr die n\u00e4chste Folge von Herr der Ringe<\/h2>\n<p>Unsere Touren f\u00fchren uns allt\u00e4glich durch kleine und urige Bergd\u00f6rfer im Tuscheti Nationalpark. Die alten Steinh\u00e4user, fein s\u00e4uberlich mit Granitplatten aufgeschlichtet, und die \u00dcberreste der alten Wehr- und Kommunikationst\u00fcrme aus l\u00e4ngst vergangenen Zeiten erinnern an die Landschaften von Herr der Ringe. Und nicht zu unrecht, denn auf den T\u00fcrmen wurden fr\u00fcher Feuer entfacht um \u00fcber weite Strecken vor Feinden zu warnen. Viele davon werden gerade restauriert um sie f\u00fcr Touristen weiter zug\u00e4nglich zu halten.<\/p>\n<p>Wir genie\u00dfen in der Zwischenzeit die spektakul\u00e4ren Abfahrten zwischen diesen T\u00fcrmen und die erstaunten Blicke der Einheimischen. Die G\u00e4steh\u00e4user, welche liebevoll gepflegt und betrieben werden, sind meist sehr einfache Bauten. Au\u00dfen rustikal und \u00e4hnlich einem Alpenchalet, innen meist nur ein altes Bett mit Brettern und einer d\u00fcnnen Matratze. Wir schlafen allerdings stets gut \u2013 die H\u00f6he und die anstrengenden Touren lassen die sp\u00e4rlichen Schlafgelegenheiten schnell vergessen sein.<\/p>\n<p>Vor vielen Jahren f\u00f6rderte die georgische Regierung die Errichtung von Solar betriebenen Warmwassertanks und die Gewinnung von Strom aus Sonnenenergie. Viele der H\u00e4user haben nun Elektrizit\u00e4t und warmes Wasser kommt aus den Duschen. Ein gro\u00dfer Schritt f\u00fcr den lokalen Tourismus \u2013 und man erkennt den Erfolg an den vielen Investitionen die die Einheimischen t\u00e4tigen. An jeder Ecke entsteht eine neue Veranda, ein neuer Zubau oder die D\u00e4cher werden saniert. Kurzum: Leben in den Bergen.<\/p>\n<h2>Enduro Action rund um Tbilisi<\/h2>\n<p>Nachdem wir uns endlich an die H\u00f6he gewohnt haben ging\u2019s auch schon wieder zur\u00fcck in die Hauptstadt Tbilisi. Wieder vorbei an den Rangern, rauf auf den Abano Pass und mehr als 20 km runter ins Tal. Und w\u00e4hrend wir uns vor einer Woche noch gefragt haben, ob es James ernst sei, hier die \u201eStra\u00dfe runter zu fahren\u201c, freuen wir uns nun richtig darauf, diesen Bergweg mit nur zwei anstatt vier R\u00e4dern in Angriff zu nehmen. Nicht zu vergleichen mit einer langweiligen Forststra\u00dfe bei uns zuhause. Steile Rampen, gro\u00dfe Steine, tiefe Bodenwellen zum Springen und B\u00e4che zum Furten \u2013 fast wie im Downhill-Park.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_07.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-274\" src=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_07.jpg\" alt=\"\" width=\"1900\" height=\"1264\" srcset=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_07.jpg 1900w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_07-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_07-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_07-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_07-1140x758.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1900px) 100vw, 1900px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Rund um die Hauptstadt wechseln sich viele gebaute Strecken mit Anliegern und Spr\u00fcngen mit naturbelassenen Wanderwegen ab. Und nach einem perfekten Tag am Trail wartet die belebte Altstadt mit zahlreichen Bars und Restaurants. Das Nachtleben ist unglaublich bunt \u2013 hier gesellen sich Jung und Alt aus verschiedenen Nationen und L\u00e4ndern zusammen. Ein Irish Pub neben einer marokkanischen Shisha-Bar, ein amerikanisches Steak-House gegen\u00fcber einem klassisch georgischen Restaurant. Doch auch tags\u00fcber hat die Millionenstadt einiges an kulturellen Highlights zu bieten. Die Ruinen der Festung Nariqala aus dem 3. Jahrhundert sowie die hoch \u00fcber der Stadt thronende Mutter Georgiens, Kartlis Deda, dazu weltbekannte hochmoderne Architektur und ein quirliges Leben sind nur ein Auszug aus dem Kulturangebot der vielf\u00e4ltigen Metropole. Und die Kinkhali, kleine handgemachte Teigtaschen mit allerlei F\u00fcllung und den verschiedensten Saucen als Dip.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-268\" src=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_01.jpg\" alt=\"\" width=\"1500\" height=\"998\" srcset=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_01.jpg 1500w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_01-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_01-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_01-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/TrailXperience_Georgien_01-1140x758.jpg 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr uns ist klar: Wir kommen wieder. Die Trails im Herzen des Nationalparks sind atemberaubend und die herzliche Gastfreundlichkeit der Dorfbewohner machen jetzt bereits Vorfreude auf unser n\u00e4chstes Abenteuer. Selten wurden wir so offen und ehrlich empfangen wie hier in Georgien.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alle Informationen rund um unsere Reise nach Georgen findest Du hier:<br \/>\n&gt;&gt;\u00a0<a href=\"https:\/\/www.trailxperience.com\/events\/86\/georgien-singletrails-in-tiflis-und-im-kaukasus\/\">https:\/\/www.trailxperience.com\/events\/86\/georgien-singletrails-in-tiflis-und-im-kaukasus\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fotos und Erlebnisbericht von Rene Sendlhofer \/ Bikefex, mit dem wir dieses Bike-Abenteuer gemeinsam organisieren d\u00fcrfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>James ist unser Mann in Georgien. Und das kam so&#8230; \u201eWould you like to visit us in Georgia\u201c, so ein Anruf letzten Sommer. \u201eKlar, ich wollte schon immer mal in die USA reisen.\u201c antwortete ich. Eine kurze Sprechpause, ein langes \u00c4hmm und ein herzlicher Lacher sp\u00e4ter war klar, dass ich wohl geographisch ein wenig Aufholbedarf habe. Dennoch lassen wir uns dieses Abenteuer an der Grenze zu Russland nicht entgehen. Mit einem mulmigen Gef\u00fchl in der Magengegend und voll freudiger Erwartung fliegen wir nach Tbilisi, der Hauptstadt von Georgien mit mehr als 1,2 Millionen Einwohnern. Im Jahre 1991, noch vor dem Augustputsch und dem Zerfall der Sowjetunion, erkl\u00e4rte Georgien seine Unabh\u00e4ngigkeit. Lediglich \u00fcber die Gebiete Abchasien und S\u00fcdossetien, in denen starke russische Milit\u00e4rpr\u00e4senz vorherrscht, hat die georgische Regierung auch heute noch keine Kontrolle. Diese Teilgebiete sind f\u00fcr Touristen immer noch tabu. Unsere Reise f\u00fchrt uns daher weiter \u00f6stlich in den Tuscheti Nationalpark, an der Grenze zu den bekannten russischen Gebieten Dagostan und Tschetschenien. Auf dem mehr als 83.000 Hektar gro\u00dfen Gebiet herrscht bis auf wenige kleine D\u00f6rfer g\u00e4hnende Leere. Eine schier unendliche Weite, endlose Wanderwege, tausende Schafe und eine beinahe erdr\u00fcckende Gastfreundlichkeit werden diese Woche noch abwechslungsreicher gestalten, als wir es erwarten. Wer eine Reise tut \u2026 Bereits die Anreise \u00fcber Istanbul ist aufregend und gepr\u00e4gt von skurrilen Begegnungen. Die nette Bitte einer Dame, ihr doch den schweren Reisekoffer abzunehmen, k\u00f6nnen wir ihr nicht abschlagen. Doch bevor Klaus, unser Charmeur, fr\u00f6hlich pfeifend mit dem fremden Koffer durch die Sicherheitskontrolle spazieren m\u00f6chte, halten wir ihn an. Auf die Frage, ob es nicht vielleicht leichtsinnig ist, einen fremden Koffer in ein ebenso fremdes Land mitzunehmen entwich ihm kurz die Farbe aus dem Gesicht. Doch auch der freundlichen Dame ist der Fauxpas sichtlich ins Gesicht geschrieben und wohl mehr als peinlich. Auch die Sicherheitskontrolle, welche das Geschehen von Weiten beobachtet, schmunzelt am\u00fcsiert vor sich hin. Kurz darauf, beim Boarding zum Weiterflug nach Tbilisi, darf ich die Herren der Security erneut begleiten. Diesmal ein paar Stockwerke tiefer in den Keller. Dort erwarten mich bereits vier weitere Kollegen im selben Gewand, eine Tasse Kaffe in der linken, die Kalaschnikow in der rechten Hand. Der Metalldetektor, welcher das Check-In Gep\u00e4ck durchleuchtet, hat bei meinem Koffer angeschlagen. Nachdem ich mir keiner Schuld bewusst bin, zeigen mir die freundlichen Herren das R\u00f6ntgenbild \u2013 eine Ersatzkette meines Bikes, sch\u00f6n s\u00e4uberlich im Karton zusammengelegt, ist ihnen nicht ganz geheuer. Und aus diesem Blickwinkel, so muss ich gestehen, kann auch ich die vermeintliche Schlange nicht gleich identifizieren. Nachdem ich sie sorgf\u00e4ltig und unter argw\u00f6hnischen Blicken aus dem Koffer grabe, bricht ein vorerst leises aber sp\u00e4ter allzu heftiges Gel\u00e4chter bei den sonst so grimmigen Beamten aus. Der Abschied mit Schulterklopfer und einem Schluck Schnaps bleibt mir in bester Erinnerung und l\u00e4sst mich blitzschnell auf meinem Platz im Flugzeug einschlafen. Hektisches Treiben in Tbilisi Nach einem langen Tag kommen wir endlich samt Gep\u00e4ck und Bikes in Georgien an. Die Empfehlung des Innenministeriums, sich auf Taxis und Fahrer zu verlassen und kein eigenes Auto zu mieten, ist uns binnen Minuten klar und verst\u00e4ndlich. Das Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lle der Einhaltung von Verkehrsregeln und die umgekehrt proportionale H\u00e4ufigkeit der Verwendung von Hupen l\u00e4sst den Wunsch nach einem eigenen fahrbaren Untersatz in Windeseile verschwinden. Zum Gl\u00fcck ist dies auch nicht n\u00f6tig \u2013 wir werden von James, einer der Betreiber einer lokalen Agentur namens Mogzauri-Rent, abgeholt und ins Hotel gebracht. Es ist mittlerweile halb eins in der Nacht und wir freuen uns auf ein paar Stunden erholsamen Schlaf. Abano Pass \u2013 eine abenteuerliche Autofahrt Fr\u00fch morgens geht es mit gel\u00e4ndetauglichen, aus Japan importierten Mitshubishi Delicas, in Richtung Abano Pass. Eine 5-st\u00fcndige Fahrt auf einer der weltweit gef\u00e4hrlichsten Passstra\u00dfen wartet auf uns. W\u00e4hrend wir uns nach den ersten Kehren noch in Todesangst w\u00e4hnen, feuern wir unseren Fahrer nach einer guten Stunde bereits an und freuen uns wie kleine Kinder auf die n\u00e4chste knifflige Passage. Dualtrail-Action mit Allrad und Ballonreifen. Nur spotten macht hier wenig Sinn. Nach mehreren B\u00e4chen die gefurtet werden m\u00fcssen, Steilrampen und Schlagl\u00f6cher die bei uns zuhause nicht mal mehr unter grobe Fahrl\u00e4ssigkeit fallen w\u00fcrden, erreichen wir ersch\u00f6pft den Abano Pass auf 2.950 m Seeh\u00f6he. Mit brummenden K\u00f6pfen vom schnellen Aufstieg und von der langen Reise bereits zuckenden Beinen ist es nun endlich soweit. Aufsitzen, Sattel rein und ab die Post. \u00dcber zwei Stunden geht es Singletrails und Bergstra\u00dfen in das kaukasische Hinterland nach Dartlo bergab. Das Bergpanorama um uns herum ist beeindruckend und weitl\u00e4ufig. Der Blick auf die \u00fcber 4.000 m hohen Berge an der Grenze zu Russland l\u00e4sst Vorfreude aufkommen. Unser Spielplatz f\u00fcr die n\u00e4chsten f\u00fcnf Tage. Doch davor kommen wir noch bei einer Rangerstation vorbei \u2013 und hier machen wir auch das erste Mal Bekanntschaft mit der georgischen Gastfreundlichkeit. Mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen verst\u00e4ndigt man sich \u00fcberall auf der Welt und der gemeinsame Nenner ist schnell gefunden \u2013 Kaiser Bier. Das kleine Gl\u00e4schen wird sich allerdings etwas sp\u00e4ter w\u00e4hrend den verschwiegenen 200 H\u00f6henmeter Gegenanstieg zur ersten Unterkunft noch r\u00e4chen. Khachapuri und andere ges\u00e4ttigte Fetts\u00e4uren Wer nach Georgien reist, sollte einen starken und vor allem unempfindlichen Magen mitbringen. Die K\u00fcche ist ausgezeichnet, allerdings meist sehr fett und immer reichlich von Allem. Khachapuri, so hei\u00dft das \u00fcberbackene K\u00e4sebrot. Die Einheimischen essen es meistens als kleine Zwischenmahlzeit \u2013 uns macht es selbst nach 2.000 H\u00f6henmetern und starken Kalorienmangel bereits als Vorspeise satt. Der klassische Tschatscha, ein lokaler Tresterbrand, ist nach solch \u00fcppigen Mahlzeiten Pflicht. Und als \u00d6sterreicher kennt man die Schnapskultur ja, was soll schon passieren \u2026 bei 40 \u2013 70% Alkohol. Schafe, so weit das Auge reicht Die Gipfel unserer geplanten Touren sind meist nur mit Schieben oder Tragen des Bikes zu erreichen. Die Infrastruktur der Wanderwege ist bestens ausgebaut \u2013 aber eben f\u00fcr Wanderer. Forststra\u00dfen wie wir sie in Europa kennen gibt es kaum und wenn, dann werden sie f\u00fcr motorisierte Offroad-Abenteurer genutzt und sind dementsprechend steil und unfahrbar. W\u00e4hrend man auf den Bergstra\u00dfen als auch auf den gut ausgebauten Stra\u00dfen rund um Tbilisi Meister im Auto-Kuhslalom wird, darf man sich auf den Wanderwegen die schmalen Trails mit Schafen teilen. Dar\u00fcber hinaus auch mit deren Abfallprodukten. Sch\u00e4ferei ist neben dem Tourismus die Haupteinnahmequelle im Tuscheti Nationalpark. Nach einem knackigen Anstieg auf gut 2.600 m erreichen wir eine kleine \u201eBaracke\u201c am Grat. Von weitem kriecht uns bereits der Duft von Schafen in die Nase. Doch hier gesellt sich auch eine kleine Brise R\u00f6staroma hinzu. Unser Guide Irakli, der wohl etwas besser an die H\u00f6he gewohnt ist, kommt bereits mit vollem Mund auf uns zu und meint \u201eCome in, come in \u2026 it\u2019s delicious. Bist du deppat.\u201c. Den hinten angeh\u00e4ngten Ausruf freudiger Erregung haben wir ihm sprachwissenschaftlich korrekt erst wenige Stunden zuvor bei-gebracht. Wir h\u00f6ren diesen Satz noch ein paar Mal. Aber er hat recht \u2013 die Hirten haben soeben ein Schaf geschlachtet und bereiten das Fleisch in kleinen St\u00fccken am Spie\u00df \u00fcber offenem Feuer zu. Dazu gibt\u2019s etwas Brot und schon ist unser Hunger gestillt. Etwas irritiert von den zwei Grenzpatrollien in Milit\u00e4runiform, flankiert von deren Kalaschnikows, genie\u00dfen wir die Gastfreundschaft und den obligatorischen Tschatscha danach. W\u00e4hrend wir vom Schaffleisch und dem selbst gebackenen Brot hin und weg sind, k\u00f6nnen die Hirten und Milit\u00e4rs die Augen nicht von unseren R\u00e4dern lassen. Das Glitzern in ihren Augen, als wir ihnen erlauben mal aufzusitzen und den Federweg zu testen erinnert an Weihnachten als wir jung waren. Ein Paradies f\u00fcr die n\u00e4chste Folge von Herr der Ringe Unsere Touren f\u00fchren uns allt\u00e4glich durch kleine und urige Bergd\u00f6rfer im Tuscheti Nationalpark. Die alten Steinh\u00e4user, fein s\u00e4uberlich mit Granitplatten aufgeschlichtet, und die \u00dcberreste der alten Wehr- und Kommunikationst\u00fcrme aus l\u00e4ngst vergangenen Zeiten erinnern an die Landschaften von Herr der Ringe. Und nicht zu unrecht, denn auf den T\u00fcrmen wurden fr\u00fcher Feuer entfacht um \u00fcber weite Strecken vor Feinden zu warnen. Viele davon werden gerade restauriert um sie f\u00fcr Touristen weiter zug\u00e4nglich zu halten. Wir genie\u00dfen in der Zwischenzeit die spektakul\u00e4ren Abfahrten zwischen diesen T\u00fcrmen und die erstaunten Blicke der Einheimischen. Die G\u00e4steh\u00e4user, welche liebevoll gepflegt und betrieben werden, sind meist sehr einfache Bauten. Au\u00dfen rustikal und \u00e4hnlich einem Alpenchalet, innen meist nur ein altes Bett mit Brettern und einer d\u00fcnnen Matratze. Wir schlafen allerdings stets gut \u2013 die H\u00f6he und die anstrengenden Touren lassen die sp\u00e4rlichen Schlafgelegenheiten schnell vergessen sein. Vor vielen Jahren f\u00f6rderte die georgische Regierung die Errichtung von Solar betriebenen Warmwassertanks und die Gewinnung von Strom aus Sonnenenergie. Viele der H\u00e4user haben nun Elektrizit\u00e4t und warmes Wasser kommt aus den Duschen. Ein gro\u00dfer Schritt f\u00fcr den lokalen Tourismus \u2013 und man erkennt den Erfolg an den vielen Investitionen die die Einheimischen t\u00e4tigen. An jeder Ecke entsteht eine neue Veranda, ein neuer Zubau oder die D\u00e4cher werden saniert. Kurzum: Leben in den Bergen. Enduro Action rund um Tbilisi Nachdem wir uns endlich an die H\u00f6he gewohnt haben ging\u2019s auch schon wieder zur\u00fcck in die Hauptstadt Tbilisi. Wieder vorbei an den Rangern, rauf auf den Abano Pass und mehr als 20 km runter ins Tal. Und w\u00e4hrend wir uns vor einer Woche noch gefragt haben, ob es James ernst sei, hier die \u201eStra\u00dfe runter zu fahren\u201c, freuen wir uns nun richtig darauf, diesen Bergweg mit nur zwei anstatt vier R\u00e4dern in Angriff zu nehmen. Nicht zu vergleichen mit einer langweiligen Forststra\u00dfe bei uns zuhause. Steile Rampen, gro\u00dfe Steine, tiefe Bodenwellen zum Springen und B\u00e4che zum Furten \u2013 fast wie im Downhill-Park. Rund um die Hauptstadt wechseln sich viele gebaute Strecken mit Anliegern und Spr\u00fcngen mit naturbelassenen Wanderwegen ab. Und nach einem perfekten Tag am Trail wartet die belebte Altstadt mit zahlreichen Bars und Restaurants. Das Nachtleben ist unglaublich bunt \u2013 hier gesellen sich Jung und Alt aus verschiedenen Nationen und L\u00e4ndern zusammen. Ein Irish Pub neben einer marokkanischen Shisha-Bar, ein amerikanisches Steak-House gegen\u00fcber einem klassisch georgischen Restaurant. Doch auch tags\u00fcber hat die Millionenstadt einiges an kulturellen Highlights zu bieten. Die Ruinen der Festung Nariqala aus dem 3. Jahrhundert sowie die hoch \u00fcber der Stadt thronende Mutter Georgiens, Kartlis Deda, dazu weltbekannte hochmoderne Architektur und ein quirliges Leben sind nur ein Auszug aus dem Kulturangebot der vielf\u00e4ltigen Metropole. Und die Kinkhali, kleine handgemachte Teigtaschen mit allerlei F\u00fcllung und den verschiedensten Saucen als Dip. F\u00fcr uns ist klar: Wir kommen wieder. Die Trails im Herzen des Nationalparks sind atemberaubend und die herzliche Gastfreundlichkeit der Dorfbewohner machen jetzt bereits Vorfreude auf unser n\u00e4chstes Abenteuer. Selten wurden wir so offen und ehrlich empfangen wie hier in Georgien. &nbsp; Alle Informationen rund um unsere Reise nach Georgen findest Du hier: &gt;&gt;\u00a0https:\/\/www.trailxperience.com\/events\/86\/georgien-singletrails-in-tiflis-und-im-kaukasus\/ &nbsp; Fotos und Erlebnisbericht von Rene Sendlhofer \/ Bikefex, mit dem wir dieses Bike-Abenteuer gemeinsam organisieren d\u00fcrfen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":269,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[32,33,34,35,36],"class_list":["post-267","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-auf-reise","tag-georgien","tag-kaukasus","tag-mtb-georgien","tag-tbilisi","tag-tiflis"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/267","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=267"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/267\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":278,"href":"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/267\/revisions\/278"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/269"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=267"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=267"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.trailxperience.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=267"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}